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Im Nachkriegsdeutschland wurde in der Hamburger Sternwarte der Wunsch wach, wieder an die Tradition der Sonnenfinsternisreisen anzuknüpfen und man rüstete eine Expedition zur Beobachtung der totalen Sonnen-am 30. Juni 1954 zur Insel Öland in Südschweden aus. Die Entfernung war nicht groß und die Hamburger Finanzbehörde stellte einen VW Käfer zur Verfügung.
Am 10. Mai 1954 starteten Günther Thiessen und der Werkstattmeister Adolf Schulz,
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das wertvolle empfindliche optische und elektrische Gerät führten wir im Auto mit, wahrend die schweren Ausrüstungsteile mit dem Schiff nach Kalmar und von dort mit einem Lastwagen an den Beobachtungsort transportiert wurden. Am Nachmittag des l 2.Mai trafen wir in Persnäs auf Öland ein. Wir erhielten Unterkunft in einer Privatpension. In nur etwa 300 Meter Entfernung fanden wir einen sehr günstigen Beobachtungsplatz für die Aufstellung unserer Instrumente. Das mit dem Schiff transportierte Gerät traf am 18. Mai ein, so daß wir am 19. Mai mit dem eigentlichen Aufbau unserer Beobachtungsstation beginnen konnten. Das auf unserer Station aufgestellte Hauptinstrument war ein parallaktisch montierter 28 cm-Parabolspiegel, f = 150 cm, mit lichtstarkem Spektrographen und Polarisationsoptik. |
Neben dem Hauptinstrument bestand die Ausrüstung aus mehreren Kameras mit Filtern und photoelektrische Messinstrumente. Das Ziel war, die nur bei Sonnenfinsternissen hervortretende Korona eingehender auf Polarisations- und Farbanteile hin zu vermessen.
Zur eigentlichen Beobachtung kam es am 30. Juni jedoch nicht:
| Am 16. Juni war die Aufstellung des umfangreichen Gerätes, der Bau der Schutzhütte und die Einrichtung der Dunkelkammer so weit fortgeschritten, daß mit den eigentlichen Justierungen, den Probeaufnahmen, der Bestimmung der instrumentellen Polarisation und Streuung usw. begonnen werden konnte. Am Morgen des 30. Juni war der Himmel meist ziemlich bewölkt. Zur Finsterniszeit selbst, 13h 48,5m bis 13h 51m MEZ, war der Himmel in Richtung zur verfinsterten Sonne völlig bedeckt, so daß wir keinerlei Beobachtungen machen konnten. Nur gelegentlich konnte vor und nach der Totalität die Sonnensichel durch einen dichten Wolkenschleier hindurch gesehen werden. |