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Die Wirtschaftskrise, die nach dem Krieg über Deutschland hereinbrach, überbrückte er in Estland. In dieser Zeit entstand die Idee für das Gegenwindschiff.
| Als Gegenwindschiff soll ein Schiff bezeichnet werden, welches mit Windkraft, ohne irgend eine andere Hülfskraftquelle, direkt gegen den Wind fahren soll. Diese Möglichkeit wird vielfach bezweifelt, ..." |
So beschrieb Bernhard Schmidt seine Theorie, die er erfolgreich in die Tat umsetzte. Sein Schiff besaß an Stelle eines Segels einen großen Propeller, der vom Wind angetrieben wurde. Die Propellerumdrehungen wurden auf eine im Heck des Schiffes sitzende Schraube übertragen, die das Schiff vorantrieb. Je mehr Wind, desto schneller ging es gegen den Wind. Er wollte der Erfindung Anton Flettners mit grossen rotierenden Trommeln Konkurrenz machen.

| Mit meinen Segelversuchen bin ich nun schon dazu gekommen, daß ich sogar direkt gegen den Wind mit Windkraft allein vorwärts fahren kann, zwar nicht gerade schnell, aber immerhin komme ich schneller zum Ziel, als ein entsprechendes Segelboot durch Aufkreuzen gegen den Wind." |
Doch eine Anmeldung beim Patentamt in Berlin hatte keinen Erfolg. Die Beamten wollten keine Neuigkeiten in Schmidts Konstruktion entdecken und lehnten ab. Schmidt wehrte sich zwar und verwies auf den Grundsatz, daß Patente auch für Verbesserungen an bestehenden patentrechtlich geschützten Entwicklungen vergeben würden, so sei es auch beim Flettner-Rotor:
| Dass ein Tragflächenprofil bei Null Grad Auftrieb hat, ist sogar schon vor 1918 bekannt, aber ebenso bekannt ist schon seit hunderten von Jahren, dass eine Windmühle Druck ausübt, und das Patent 448022 ist ja doch auch nur eine schnelllaufende Windmühle; warum ist denn in diesem Fall ein Patent erteilt worden? Nun jedenfalls weil es ein neues Anwendungsgebiet darstellt, und ist daher auch als Erfindung zu betrachten. Und wenn ich dasselbe verbessern will, so sagt man, Null Grad Auftrieb sei bekannt und folglich nicht patentirbar, dass aber Sturm eine Mühle umblasen kann ist auch bekannt und doch patentirt, ist das nicht inkonsequent." |
Bis Mitte 1929 zogen sich Eingaben und neue Ablehnungen hin, auch ein Gutachten des Göttinger Prof. Prandtl wirkte nicht, so daß Schmidt schließlich resignierte:
| Mit dem Patentamt höre ich nun endgültig auf." |

Konstruktionszeichnungen
für das Gegenwindschiff, eingereicht beim Deutschen Patentamt.
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Schmidtspiegel
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