"Ob Sie vielleicht Astro-Optik zum Verbessern da haben?"

 

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Bernhard Schmidt vor seiner Werkstatt in Mittweida


Die Arbeiten in Mittweidea mit der Horizontalspiegelanlage erbrachten ausgezeichnete Resultate und da die Potsdamer Sternwarte offenbar nicht das rechte Verständnis für Schmidts Arbeiten aufbrachte - eine feste Bindung an ein Institut lehnte er kategorisch ab - wandte sich Bernhard Schmidt an Deutschlands zweite Sternwarte, die gerade in Hamburg-Bergedorf zur Blüte erwacht war. Wie schon bei seinen ersten Kontakten mit Potsdam, so schrieb er nun auch an den Direktor der Hamburger Sternwarte:

Beifolgend erlaube ich mir, einige Astroaufnahmen zu senden, die ich hier in Mittweida in letzter Zeit gemacht habe."

Schorr fand sofort Interesse an dem sonderlichen Optiker und bestellte eine Horizontalspiegelanlage.

Dies war der Beginn der engen Zusammenarbeit zwischen Schorr und Schmidt. Anders als in Potsdam verstand Schorr die persönlichen Eigenarten Schmidts zu respektieren. Im Oktober 1916 wurde die Anlage in Bergedorf montiert. Sie bestand aus einem Planspiegel von 61 cm Durchmesser und zwei wählbaren Parabolspiegeln (55 und 60 cm Öffnung) mit 11 bzw. 30 Metern Brennweite. Nach wie vor wohnte Schmidt jedoch in Mittweida und entwickelte hier einige neue optische Systeme, die zwar ganz einmalig waren, jedoch keine finanziellen Erfolge brachten. 1918, noch unter Kriegseinfluß, baute er ein Flugzeug-Periskop, womit man unter dem Flugzeugrumpf ein Gesichtsfeld von bis zu 100° zur Verfügung hatte - bis in die Ecken scharf. 1926 entwickelte er ein biegsames optisches System für medizinische Spiegelungen, das heute als Gastroskop bekannt ist. Beide Erfindungen blieben ohne Verbindung mit seinem Namen.


„Optische Werkstatt Bernhard Schmidt" in Mittweida.
Rechts an der Wand ein Spiegelrohling und ein Propeller für seine
Gegenwindschiff-Versuche (ebenso hinten links)

   
   
   
   
   
   
Schmidtspiegel