| Navigation |
Im Februar 1830 war auch dem Hamburger Senat zu Ohren gekommen, daß sich Rümker wieder in London aufhielt, und er machte ihm erneut ein Angebot, als Direktor für die nun mit der Navigationsschule vereinte Sternwarte in Hamburg zu arbeiten. Rümker fuhr deshalb nach Altona, wo er bei H.C. Schumacher wohnte. Im März 1830 zögerte er jedoch noch, das Angebot anzunehmen, und er teilte dem Senat mit, welches Gehalt und welche Instrumentation er für Australien noch zu bekommen hoffte, daß ein Gedanke nach Hamburg zu gehen jedoch erwägenswert sei. Da die Verhandlungen mit dem Senat nicht besonders fruchtbar verliefen, kehrte er im April zunächst wieder nach London zurück. Als sich dann aber abzeichnete, daß sich seine Position in London immer weiter verschlechterte, bat er im Mai 1830 den Hamburger Senat, seine Berufung zu seinen Bedingungen zu überdenken. Nur noch eine Bedingung ergänzte er, nämlich die, daß er nicht gewillt sei, Sternwarte und Navigationsschule mit dem provisorisch eingesetzten Direktor Mertz zu teilen. Er wollte als alleiniger Direktor beider Institute eingesetzt werden. Eine Forderung, die sicherlich auf seine Erfahrungen in Parramatta mit Dunlop zurück gingen.
Anfang 1831 wurde Rümker dann tatsächlich als Direktor an die Hamburger Sternwarte berufen, jedoch nicht unmittelbar auch als Leiter der Navigationsschule, wo Mertz als Direktor eingesetzt blieb. Noch im gleichen Jahr entbrannte ein heftiger Streit zwischen beiden. Beide warfen einander Nichtigkeiten vor und beide gingen Ende 1831 mit den Fäusten aufeinander los. Im Unterschied zu ähnlichen Vorgängen in Parramatta, damals gerieten Rümker und Dunlop aneinander, ging Mertz weiteren Auseinandersetzungen aus dem Wege und verließ die Navigationsschule. Rümker wurde nun ebenfalls Direktor der Navigationsschule.
Noch im Jahr 1831 machte Rümker dann auch seinem aufgestauten Ärger mit der Rümker Affäre" in London Luft und faßte die Hintergründe in einem Büchlein mit dem ironischen Titel On the most approved methods of forwarding the interests of science" , in dem er vor allem mit seinem stärksten Widersacher, Sir James South, abrechnet.

Im Jahr 1835 versuchte William Richardson eine Aufarbeitung der Parramatta-Beobachtungen. Er griff bei der Erstellung des Catalogue of 7385 stars from observations made at the observatory at Paramatta in the years 1822 to 1826"46 hauptsächlich auf Rümkers Aufzeichnungen zurück. Von großer Bedeutung für die Wissenschaft ist dieser Katalog nie gewesen, was im wesentlichen auf die Ungenauigkeit der Arbeiten Dunlops zurückzuführen ist.
1832 gab Rümker die Beobachtungen heraus, die er in Australien selber gemacht hatte. Der Titel lautete: Preliminary Catalogue of fixed stars intended for a prospectus of a catalogue of the stars of the southern hemisphere included within the tropic of capricorn, now reducing from the observations made at the observatory at Paramatta by Charles Rümker".
Auf der zweiten Seite stand diesesmal unübersehbar in großen Lettern:
| Gewidmet Lieutnant General Sir Thomas Macdougall Brisbane, ehemaliger Gouverneur von Australien und Gründer der Sternwarte in Paramatta." |
Für die neue Hamburger Sternwarte war es ein Glückstreffer, Rümker zum Direktor bekommen zu haben. Er legte die Grundlagen für das weitere astronomische Wirken der jungen Sternwarte.