| Navigation |
Das Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts war die Zeit der Naturforscher und deren Entdeckungen in den neuen Kolonien. Viele bis dahin in der alten Welt unbekannte Pflanzen wurden zu Kultivierungszwecken zu anderen Orten dieser Erde verfrachtet.
![]() |
![]() |
|
|
William Bligh und das Film-Modell
der Bounty
|
||
Kapitän William Bligh (1753 - 1817) bekam 1790 den Auftrag, Brotbäume von Tahiti nach Westindien zu verpflanzen. Seine unbarmherzige Strenge an Bord brachte die Mannschaft soweit gegen ihn auf, daß sie im Indischen Ozean gegen ihn meuterte. Er wurde zusammen mit 18 Mann, die sich der Meuterei nicht anschließen wollten, in einem Beiboot ausgesetzt, mit dem es Bligh gelang, Batavia zu erreichen.

Peter Heywood
Die übrige Mannschaft, zu der auch der junge Matrose Peter Heywood gehörte, gelangte nach Tahiti. Ein Teil der Seeleute suchte zusammen mit 12 Tahitierinnen unter der Führung von Alexander Smith eine unbekannte Südseeinsel, um einer möglichen englischen Strafexpedition zu entgehen. Sie erreichten die Insel Pitcairn und besiedelten sie mit eigenwilligen Sittengesetzen. Erst 18 Jahre später wurde die Insel von einem amerikanischen Segelschiff wiederentdeckt. Genauere Berichte folgten erst durch zwei englische Kapitäne, die 1815 und 1825 die Insel besuchten und eine 65 köpfige Gemeinschaft vorfanden. Die englische Regierung ließ 1830 diese Gruppe wieder zurück nach Tahiti bringen, da angeblich die Insel zu klein sei. Ein Teil dieser Gruppe kehrte jedoch unverzüglich wieder nach Pitcairn zurück. Meyers Konversationslexikon von 1877 schreibt, Eine Anzahl von ihnen kehrte später nach Pitcairn zurück, und Russel fand 1837 bereits 97 Personen, unter welchen immer noch patriarchalische Sitteneinfalt herrschte."
Die befürchtete Strafexpedition wurde tatsächlich in die Südsee geschickt. Der Teil der Bounty-Mannschaft, darunter Peter Heywood, der auf Tahiti geblieben war, wurde gefangengenommen, nach England transportiert und dort zum Tode verurteilt.
Einzig Peter Heywood wurde aufgrund seiner Jugend begnadigt und wieder in den Dienst der Royal Navy übernommen, wo er es 1814/15 zum Kommando über das Schiff Montague" brachte. Auf dieses Schiff kam auch Christian Karl Ludwig Rümker als Navigationslehrer und zwischen beiden entwickelte sich eine lange und intensive Freundschaft. In der Zeit seines Aufenthaltes in Australien hielt Rümker den Kontakt nach England über Heywood aufrecht.
Heywood starb im Jahr 1831.
Kapitän Bligh behielt seine brutale Härte. Sein Kommando auf einem Linienschiff rief erneut eine Meuterei hervor und als er in der Zeit von 1806 bis 1808 Gouverneur von Neu-Südwales wurde, machte er sich so verhaßt, daß das Militär ihn zur Rückkehr nach England nötigen mußte. Ein Prozeß gegen ihn führte zwar zu einer Arreststrafe, er war aber schon bald wieder Admiral bei der Royal Navy. Er starb am 7. Dezember 1817.
|
Link
|
|
|
|