Der Sternenhimmel im Wasserturm

Das Hamburger Planetarium

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Planetariumsprojektor Modellreihe iV in Hamburg

1930 wurde der Wasserturm im Stadtpark von der Stadt freigegeben und wurde zu einem modernen Planetarium umgebaut. In den Zeiss-Werken in Jena hatte Jahre zuvor der Ingenieur Walter Bauersfeld das erste Modell eines Projektions-Planetariums entwickelt. Dieses Instrument wurde zum Verkaufsschlager und viele in- und ausländische Städte kauften ein entsprechendes Gerät. Auch Hamburg hatte schon 1925 den Ankauf beschlossen und war seitdem im Besitz des Projektors bis endlich durch den Umbau des Wasserturms auch der Standort für das öffentliche Planetarium gefunden wurde. Am 30. Juni 1930 wurde der Umbau des 1912 errichteten Turms eröffnet. Die Leitung übernahm Prof. Körner.

Das untere Stockwerk erhielt eine Bibliothek mit astronomisch-astrologischen Büchern von Prof. Aby Warburg. Die „Wandelhalle" wurde von der Malerin Metzel-Johannsen im humorvollen Geschmack der Zeit ausgestaltet. Sie starb jedoch während der Arbeit, so daß Heinrich Groth die Malereien vollendete. Im oberen Stockwerk wölbt sich eine Kuppel über die Sitzplätze und den zentral aufgestellten Projektor. Im Zeitraffer konnten die Hamburger nun die Veränderungen am nächtlichen Sternenhimmel nachvollziehen. Darstellungen unterschiedlicher Jahreszeiten waren nun ebenso möglich, wie die Projektion von Sternkonfigurationen in fernen Zeiten. Ab 1934 übernahm Dr. J. Meyer die Leitung des Planetariums.

Während des Zweiten Weltkrieges diente der Turm, ebenso wie die Hamburger Sternwarte in Bergedorf, als Flak-Beobachtungsstation. Die Warburg-Ausstellung wurde zum Soldaten-Quartier. Eine Luftmine, die 1944 dicht neben dem Gebäude niederging, zerstörte die Hauptwasserleitungen, so daß ab diesem Zeitpunkt der Turm nur noch für den Planetariumsbetrieb genutzt werden konnte.

1956 kam das Planetarium unverhofft zu einem neuen Projektor. Die Universität von Witwatersand in Südafrika suchte einen alten Projektor und bot Hamburg über die Firma Zeiss in Oberkochen an, einen neuen Projektor zu finanzieren, wenn das alte Gerät nach Südafrika gehen könnte.

Dieses neue Gerät konnte nun 8900 Sterne an die Planetariumsdecke projizieren und mehrere Zusatzprojektoren erlaubten es, Merklinien der Sternbilder dazwischen zu malen, Mondbilder zu erzeugen oder einen Sternschnuppenregen auf die Besucher niedergehen zu lassen.

Im Dezember 1957 begannen die Vorführungen mit dem neuen Projektor (Modell IV). 1964 wurde Meyer verabschiedet. An seine Stelle trat 1964 Josef Beller, einstmals Angestellter der Hamburger Sternwarte und im Krieg maßgeblich an kriegswichtigen Operationen im Marinewaffenamt in Berlin beteiligt. Nach dessen Pensionierung und einer kurzen Vertretungszeit von Dr. Ekrutt und Dr. Grambow erhielt Dr. Erich Übelacker die Leitung.

1983 bekam das Planetarium schließlich zum dritten Mal einen neuen Projektor, ebenfalls von Zeiss (Baureihe VI).


Zeissprojektor Modell VI

   
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
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