Moritz Krille
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Krille (17.2.1817 - 31.3.1863) ist der Nachfolger Kessels gewesen. Peters, der nach Schumacher die Astronomischen Nachrichten fortführte, berichtete zum ersten Mal im November 1855 über den „sehr geschickten und talentvollen Nachfolger Kessel's" und dessen Taschenchronometer. Die Sekundenmarkierungen hatte Krille sogar mit einer Kreisteilmaschine geritzt,

"so dass man die Secunde bei jeder Stellung des Zeigers mit Sicherheit ablesen kann.
Der Preis dieses Chronometers, in silbernem Gehäuse mit Goldrändern, ist 240 Thlr. R.-M. = 180 Thlr. Preuss. Crt."

Krille war jedoch nicht nur Chronometermacher, sondern beteiligte sich aktiv an den astronomischen Aufgaben der Altonaer Sternwarte. Anläßlich der Bedeckung der Plejaden durch den Mond am 20. Februar 1858, schrieb Peters:

Herr Chronometermacher Krille beobachtete an einem, ihm selbst gehörigen, 4-füssigen Fraunhofer."

Ähnliche gemeinsame Beobachtungen geschahen danach öfters.

Krille machte sich auch die neuen Erkenntnisse der Elektrizität beim Bau seiner Instrumente zu Nutze. 1858 berichtete Peters in den AN über einen

auf der Altonaer Sternwarte aufgestellten galvanischen Registrierapparat für Durchgangs-Beobachtungen."

Mit Hülfe eines Elektromagneten, dessen galvanischer Strom in bestimmten Zeitintervallen einer Uhr, z.B. jede Secunde, geschlossen oder unterbrochen wird, werden auf einer Fläche Zeichen gebildet, die einen solchen Abstand von einander haben, dass die noch anzugebenden Unterabtheilungen jener Zeiträume mit der erforderlichen Genauigkeit erkannt und geschätzt oder gemessen werden können. ...

Es war daher sehr zu wünschen, eine Unterbrechungs-Vorrichtung herzustellen, die auf den Gang der Uhr, an welcher sie angebracht wird, nicht nachtheilig einwirkt und bei welcher ausserdem keine Störung durch Oxidation eintreten kann. Diese Aufgabe ist von Herrn Krille bei dem hiesigen Apparat in einer Weise gelöst worden, die alle Wünsche befriedigt und einen neuen Beweis von den glänzenden Talenten dieses ausgezeichneten Künstlers liefert."

Diese galvanischen Registrierapparate wurden 1861 zum Verkauf angeboten. Der Preis richtete sich nach Größe und danach, ob zwei oder drei Elektromagnete beigefügt waren

Registrir-Apparat mit 3 Electromagneten auf starker Mahagony-Tischplatte mit Stativ. Der Cylinder von 15 Par. Zoll Länge, 6 Zoll Durchmesser zum Aufspannen der Bögen liegt in festen Lagern und wird durch ein Uhrwerk mit Cintrifugalpendel in 2 Minuten einmal um seine Achse gedreht. Ein auf einer Eisenbahn beweglicher, durch das Uhrwerk längs dem Cylinder geführter Wagen trägt die Electromagnete, welche durch Stifte mit Diamantspitzen die Zeitmomente auf den Cylinder übertragen. Es kann an diesem Apparat 4 Stunden lang ohne Unterbrechung beobachtet werden. Ein Hülfscylinder zum Umwechseln ist beigegeben.
Thlr. 420".

1863 starb Krille und sein Gehilfe Theodor Knoblich übernahm das Geschäft.

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