Theodor Knoblich
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Knoblich (28.11.1827 - 1.7.1892) war Sohn eines Zimmermanns aus Friedland in Schlesien und wuchs unter ärmlichen Verhältnissen auf. Noch während seiner Schulzeit fertigte er Stecknadeln an, um die Familie zu unterstützen. Nach der Schulzeit lernte er im Geschäft seines Vetters das Handwerk des Uhrmachers. Um sich weitere Kenntnisse zu verschaffen, arbeitete er bei Uhrmachern in Liegnitz, Lüneburg und Hamburg. All diese waren Uhrmacher, die sich überwiegend mit der Reparatur normaler Uhren befaßten. Dann bot sich ihm die Gelegenheit, in Krilles Werkstatt zu arbeiten, wo er bald ein ebenbürtiger Chronometermacher war. Als in der Hamburger Firma Schneider die Stellung eines Werkführers frei wurde, wechselte er dorthin. Das Geschäft ging schließlich vollständig in seine Hände über. Nach dem Tod Krilles übernahm Knoblich auch diese Werkstatt und führte sie unter „Theodor Knoblich, Krille's Nachfolger" weiter. Die von ihm gefertigten astronomischen Pendeluhren und Chronometer blieben Spitzenklasse. Auch die galvanischen Registrierapparate wurden weitergebaut und erheblich verbessert. 1864 bemerkte Peters bei der Veröffentlichung der Preisliste Knoblichs:

"Im Bezug auf vorstehendes Verzeichnis erlaube ich mir zu bemerken, dass ich Registrirapparat, galvanische Uhren und Strom-Unterbrecher, welche von Herrn Knoblich angefertigt sind, sorgfältig untersucht und mich überzeugt habe, dass sie
in jeder Beziehung eben so vorzüglich ausgeführt sind, als die Krille'schen."

Ab 1873 bestellte die erstarkende deutsche Kriegsmarine ihre ersten Chronometer bei Knoblich, und sofort zeigte sich die Überlegenheit der Knoblich-Uhren gegenüber den älteren Chronometern der Marine. Dadurch wurden Knoblichs Uhren zu gefragten Instrumenten. Durch den Bedarf der Marine wuchs auch die übrige Chronometerindustrie und an der Seewarte wurde die Konkurrenzprüfung von Chronometern16 eingeführt. Dieser Arbeitsdruck war aber nicht im Sinne Knoblichs, der seine Chronometer in den entscheidenen Teilen immer noch selbst herstellte und Zeit brauchte. Er versuchte manche Geschäftsumstellungen und beteiligte sich an der Hamburger Uhrmacherfirma Dencker. 1877 wechselte er vollständig nach Hamburg, blieb aber bei der ursprünglichen sorgfältigen und langsamen Arbeitsweise.

Über die Persönlichkeit Theodor Knoblichs sei C.F.W. Peters in einem Nachruf zitiert:

Knoblich war ein freundlicher, jovialer Herr, der mit Dankbarkeit an denen hing, welche ihm in den Zeiten der Entwicklung seiner Thätigkeiten ermunternd zur Seite gestanden hatten. Es haben nicht viele Astronomen Gelegenheit gehabt, ihm persönlich in seinem Streben, in seiner anregenden Unterhaltung, in welcher er über seine Erfahrungen erzählte, näher kennen zu lernen. Mir war es vergönnt, ihm mehr als 25 Jahre hindurch persönlich nahe zu stehen und zu sehen, wie er jede Idee, die ihm Anregung zur Herstellung von wissenschaftlichen Apparaten gab, mit Eifer erfasste, und in kürzester Zeit weiter verarbeitete. Ein geschickter Zeichner, verstand er mir grösster Schnelligkeit seine Gedanken zu fixieren und Anderen deutlich zu machen; - ein sorgfältiger Arbeiter, namentlich mit Vorliebe für subtile Arbeiten, Schleifen von Steinen und Herstellung feiner Apparate, die zum Theil mit seinem eigentlichen Geschäft wenig Zusammenhang hatten; - ein intelligenter und unparteiischer Beurtheiler der Arbeiten Anderer, gab er denen, die mit ihm näher verkehrten, gern Belehrung über diejenigen Gegenstände, in denen er Autorität war."

Am 1. Juli 1892 starb Knoblich. Ein Jahr zuvor hatte er das Geschäft and A. Meyer verkauft, der es an den Alten Wall verlegte und unter dem Namen „Meyer, Theodor Knoblich’s Nachfolger“ weiterführte.
 
Ein großes Modell einer Chronometerhemmung in Messing aus dem Jahr 1880 stand 2008 beim Auktionshaus Christies zum Verkauf.
 

   
 
   
   
   
Knoblich
   
   
   
   
   
   

(Dieser Text hat durch viele Anmerkungen von Heinz Enslin umfangreiche Ergänzungen erfahren.
Insbesondere bin ich ihm für die Beschreibung der Seewarte - DHI - BSH bis 1990 äußerst dankbar)