Fussnoten 4

 

1.5.1937 Der 1.5.1937 war ein Masseneintrittsdatum. Mehrere Hamburger Astronomen (Hellerich, Dieckvoß) hatten ebenfalls den 1.5.37 als Eintrittsdatum in ihren Parteiausweisen stehen. Das eigentliche Antragsdatum lag mehrere Monate später. Es wurde einheitsmäßig auf den 1.5. zurückdatiert.
Wilhelm Becker

3.7. 1907 (Münster). Studium in Münster 1927-32, 1932 Promotion in Berlin, 1932 - 33 Hilfsassistent in München (zusammen mit B. Thüring), 1933 - 41 Potsdam. 1941 Habilitation in Berlin. 1942 - 45 Dozent in Göttingen, 1945 - 53 Observator an der Hamburger Sternwarte. 1953 - 1977 Vorstand des astronomischen Instituts in Basel.

Wilhelm Führer 26.4. 1904 - 12.7. 1974. Er war bis 1926 Volksschullehrer und wurde von 1930 - 1933 in der Schriftleitung der Astronomischen Nachrichten in Kiel beschäftigt. Dort promovierte er 1933. Von 1933 bis 1936 erhielt er eine Hilfsassistenz an der Sternwarte München. 1936 wurde er Leiter der Münchner Dozentenschaft. Daran schloß sich eine steile Beamten-Karriere an: Gaudozentenbundführer von 1936-39, 1938 Regierungsrat in Bayern, Anfang 1939 Regierungsrat im Bayerischen Kultusministerium, Ende 1939 Oberregierungsrat im Reichswissenschaftsministerium, 1943 Ministerialrat im Reichswissenschaftsministerium. Seine Parteikarriere war dementsprechend: 1923 Bund Wiking, 1933 SS-Mitglied, 1936 SS-Untersturmführer, 1942 Untersturmführer der Waffen-SS, 1943 SS-Obersturmführer im Amt Ahnerbe, 1943 SS-Hauptsturmführer und Obersturmführer der Waffen-SS, 1944 Ordonnanzoffizier im persönlichen Stab des Reichsführers SS (Himmler). Er war an zahlreichen Aktionen gegen Wissenschaftler beteiligt, so gegen A. Sommerfeld und auch an den Anschuldigungen gegen Heisenberg.
1945 wurde Führer interniert und 1948 zu vier Jahren Arbeitslager verurteilt. Im Juni 1948 wurde er aus der Internierung entlassen. 1949 stufte ihn die Baden-Württembergische Spruchkammer als Minderbelasteter ein, ein weiteres Jahr später wurde er als Mitläufer neu eingestuft. (Quelle: F. Litten, Astronomie in Bayern 1914-1945, Stuttgart 1992, S. 237)
Thomas Gengler G. Thomas Gengler, 27.9.1901 - ?. Promovierte 1932 in Jena und wurde dann zwischen 1932 und 1935 „Notgemeinschaftsassistent" der Göttinger Sternwarte, beschäftigt in der Uhrenabteilung . Er war somit ein ehemaliger Kollege Heckmanns. Zwischen 1933 und 1945 war Gengler Kreisleiter der NSDAP in Göttingen.
Johannes Hellerich Hermann Hinrich Peter Johannes Hellerich, geb. am 11. 2. 1888 in Hamburg, gest. 30. 5. 1963 in Münster. Er studierte von 1906 bis 1912 in Jena und Berlin und promovierte 1913 über die Variabilität von Delta-Ceph. Sterne. Nach einer einjährigen Anstellung in Bonn wurde er zum Kriegsdienst in die Marine einberufen. 1919 wurde Hellerich Assistent in Kiel, wo er sich 1924 habilitierte. 1929 erhielt er den Ruf nach Hamburg. 1939 wurde Hellerich Kompanieführer der Marine in Wilhelmshafen. Er galt zu dieser Zeit auch als Kandidat für die Direktoriumsnachfolge der Hamburger Sternwarte. 1941 wurde er Direktor der Straßburger Sternwarte und wurde bei Kriegsende aufgrund seiner NS-Vergangenheit in Frankreich interniert. 1946 wurde er nach Hamburg entlassen. Durch Vermittlung Heckmanns konnte Hellerich in Hamburg als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeiten. Nach einer Gastprofessur 1947 in Münster/Westf. wurde er 1949 mit der Leitung des Astronomischen Instituts betraut. Diese Stellung behielt er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1956.
 

Milton La Salle Humason 1891 - 1972. Ursprünglich Eselstreiber am Mt. Wilson-Observatory. Er wurde später Edwin Hubbles erster Assistent und ein Experte der extragalaktischen Astronomie.
   
Hans Kienle 22.10.1895 - 15.2.1975. Kienle studierte in München, 1918 promovierte er dort, 1920 erhielt er in München auch seine Habilitation. 1924 wurde Kienle Professor in Göttingen und übernahm 1925 die Leitung der Göttinger Sternwarte. 1939 wurde er Direktor des Astrophysikalischen Observatoriums in Potsdam. 1950 übernahm er die Leitung der Heidelberger Landessternwarte, deren Direktor Vogt 1945 die Direktion aufgeben mußte. 1962 wurde Kienle emeritiert.
Renneberg, Hentschel `Eine akademische Karriere: Der Astronom Otto Heckmann im Dritten Reich', Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte 43 [1995], pp. 581-610.
 

 

Walter Schultze

Ministerialdirektor Prof. Dr. Walter "Bubi" Schultze war Reichsdozentenbundsführer in München zwischen 1935 und 1944. Er selbst war Arzt und hat schon 1923 Hitlers Verletzungen nach dem Feldherrenmarsch behandelt.( F. Litten, priv. Mitteilung)

Heinrich Siedentopf 12.1.1906 - 28.11.1963 wurde 1930 Assistent in Jena bei Heinrich Vogt. Danach Wechsel an die Landessternwarte Heidelberg. 1933 Leiter der Jenaer Sternwarte. 1945 mußte Siedentopf diese Stelle räumen. 1949 Professur in Tübingen.
Paul ten Bruggencate 24.2.1901 - 14.9.1961. 1924 Promotion in Göttingen, danach Assistenz in Göttingen bis 1926. 1926 - 28 Astronom auf Java, 1929 Habilitation in Greifswald. 1930 übernahm er dort die Leitung des mathem.-astron. Instituts. 1935 wurde ten Bruggencate Hauptobservator in Potsdam. 1941 erhielt er das Direktorat der Göttinger Sternwarte. Am 1.11. 1933 wurde er SA-Mitglied, am 1.5.37 NSDAP-Mitglied.
   
Heinrich Vogt 5.10.1890 - 23.1.1968. 1929 Direktor der Universitätssternwarte Jena, von 1933 - 1945 Direktor der Badischen Landessternwarte in Heidelberg. 1957 emeritiert.