Knapp entkommen

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Rudolf Minkowski war in Strassburg, damals zu Deutschland zählend, am 28. Mai 1895 geboren. Er kam 1922 an das Physikalische Staatslabor in Hamburg. 1926 wurde er Privatdozent, 1931 Professor. Seine Hauptinteressen lagen im Bereich der Optik und der Spektroskopie. Da er sich seit seiner Jugendzeit für die Astronomie begeisterte, war Minkowski bald ein enger Freund Walter Baades. Gemeinsam gingen sie der Frage nicht identifizierbarer Spektrallinien („Nebulium") im großen Orionnebel nach, für die es auf der Erde keine Entsprechungen gab.

Im August 1926 hatte Minkowski Luise David aus Leipzig geheiratet. Ihr Vater Alfons David war seit 1917 Richter am Gerichtshof. Sofort bei der Machtübernahme Hitlers 1933 wurde er entlassen. Der geforderte „Ariernachweis" war für Rudolf Minkowski, der selbst jüdische Familienmitglieder hatte, nicht zu erbringen, und so stand er ebenfalls auf der Entlassungsliste.

Baade, der seit 1931 zum Mt. Wilson-Stab gehörte, beobachtete die Situation seines Freundes in Hamburg mit Sorge und drängte Minkowski zum Verlassen des Landes. 1935, in dem Jahr, als das Nazi-„Blutschandegesetz" proklamiert wurde, wechselte Rudolf Minkowski mit seiner Familie in die USA, wo Baade ihm auf dem Mt. Wilson eine Assistentenstelle besorgt hatte.

Minkowski blieb auch nach dem Krieg in den USA, wo er am 11. März 1978 starb. Minkowski gilt als Pionier in der Radioastronomie, die sich in den 50er Jahren etablierte. Seine grundlegenden Untersuchungen haben zur Entdeckung der „Quasare" am Rande des sichtbaren Universums geführt. Minkowski und Baade haben am Mt. Wilson-Observatorium viele gemeinsame Arbeiten veröffentlicht.


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