Fussnoten 1

 

Abschwur Die katholische Kirche hat erst in unseren Tagen, 1992, dieses Urteil gegen Galilei revidiert.
alten Stylt Die gregorianische Kalenderreform 1582 führte die heutige Regelung des Schaltjahres ein. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Jahr schon um mehrere Tage verschoben. Deshalb folgte auf den 4. Oktober 1582 unmittelbar der 15. Oktober. Diese päpstlisch-katholische Reform fand nach der Reformation statt, und viele evangelischen Länder weigerten sich, diese einzuführen. Die Umstellung fand in den deutschen Ländern zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten statt, in der Regel um 1680. In England wurde der Kalender erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts angeglichen, und in Rußland fand die Umstellung erst 1917 statt; die Oktoberrevolution fand deshalb auch im November statt.
Johann Bayer

1572 - 1625. Augsburger Astronom der 1603 einen berühmt gewordenen Sternatlas mit Namen Uranometria herausgab. Nicht identsch mit Johann Beyer aus Hamburg.

Theobald Bieder Das Weltbild hamburgischer Kalender vor und um 1700, Niedersachsen, norddt. Monatshefte für Heimat, Kunst und Leben, 31. Jahrg., 1926,
 Bogenminute Die Bogenminute ist ein scheinbares Entfernungsmaß in der Astronomie. Der Abstand zweier Himmelskörper an der „Himmelskugel" wird in Winkeleinheiten gemessen. Ein Grad hat 60 Bogenminuten, eine Bogenminute 60 Bogensekunden. Der Monddurchmesser beträgt annähernd 30 Bogenminuten. Die heutige Meßgenauigkeit erdgebundener optischer Meßverfahren liegt bei einer Hundertstel Bogensekunde. Mit Satellitenverfahren (z.B. der Hipparcos-Satellit) erreicht man Genauigkeiten um eine zehntel Millibogensekunde.
David Fabricius David Fabricius, geboren 1564, Vater von Johann Fabricius. David Fabricius war Theologe und Astronom, auch sein Sohn widmete sich der Astronomie und entdeckte Sonnenflecken und die Rotation der Sonne. David Fabricius starb am 7. Mai 1617 - er wurde von einem Bauern erschlagen, den er kurz vorher von der Kanzel herab als den Dieb seiner Gänse bezichtigt hatte.
Frobenius Georg Ludwig Froben, genannt Frobenius, 25. August 1566 (Würzburg)
Galileo Galilei Galilei gilt zwar als Erfinder des Fernrohres, er ist jedoch lediglich der Erfinder des astronomischen Fernrohres (1610), obwohl es zeitgleich und unabhängig auch von Simon Mayr (1570 - 1624) in Ansbach und Thomas Harriot (1560 - 1621) in London erfunden wurde. Die eigentliche Erfindung des Fernrohres im Jahr 1608 wird der Optikerfamilie Joannide und Johann Lippershey (Johann: 1560 - 1619) aus Middelburg in Holland zugeschrieben. Siehe zu Galilei auch das Buch von Dava Sobel - Galileis Tochter.
Johann Hübner Johann Hübner (17.3.1668 - 31.3.1731) war zwischen 1711 und seinem Tod Rektor des Johanneums. Er schrieb u.a. eine viel genutzte Schrift: „Kurze Fragen aus der alten und neuen Geographie" (1693).
Knackenrüggesche Privatschule Gegründet vom Lehrer Hieronymus Knaggenrügge im Jahr 1612 als sog. „Freischulen". Zu Beginn nahm Knaggenrügge 60 Jungen und Mädchen von Witwen in seinem Haus auf.
Kometenschweif Heute wissen wir, daß der Sonnenwind, d.h. der Strom ionisierter Teilchen, in der Nähe der Sonne die abdampfenden Gase von der Sonne fortdrückt. Der Kometenschweif steht daher immer von der Sonne abgewandt.
Pariser Bluthochzeit. Die Ermordung von 2000 Hugenotten in Paris und 20.000 in der französischen Provinz am 24.8. 1572 auf Veranlassung der Katharina v. Medici, wenige Tage nach der Hochzeit des protestantischen Heinrich v. Navarra (Heinrich IV) mit der Schwester Karls IX, auch bekannt als die „Bartholomäusnacht".
Präzession Aufgrund der Kreiselbewegung der Erde in ihren verschiedenen Bewegungssystemen (Erde-Mond, Erde-Sonne, Erde-Planeten) verschieben sich die Sternpositionen systematisch. Dieser „Präzession" genannte Effekt verschiebt die scheinbaren Sternörter in etwa 36 Jahren etwa um den Monddurchmesser.
Ulugh Bek 1394 - 1449. Seit dem Tod seines Vaters (1447) Fürst von Samarkand. Er erbaute in Samarkand einen teilweise in einen Berg eingelassenen Quadranten mit einem Radius von 40 m!
Purbach

Georg von Purbach (oder Peuerbach). 30.5.1423 - 8.4.1461

 

 

Regiomontan

eigentlich Johann Müller. 6.6.1436 - 6.7.1476. Studierte bei Purbach Astronomie und wurde nach dessen Tod Professor der Astronomie (1461). 1475 reiste er auf Ruf des Papstes Sixtus IV nach Rom, um bei der geplanten Kalenderreform zu helfen.

Silbernas Nach einem Gelage bei einem böhmischen Baron, bei dem Brahe es unterließ, seinem Harndrang zu folgen, um keinen Anlaß für Anzüglichkeiten zu geben, blockierte das Harnsystem, woran Brahe nach fünf qualvollen Tagen starb. Da Brahes Vorliebe für den guten Wein bekannt war, ging in Prag bald ein Spottgedicht um:

Was ist denn bloß mit ihm geschehen,
dem Junker von der Insel Hven?
Erst trug er eine Silbernas,

dann platzte ihm zu Prag die Blas."

(nach A.O. Schwede, Ich war des Sternenjunkers Narr, Berlin 1983)

unbekannte Beobachter Besonders die Professoren des akademischen Gymnasiums Johann Müller und Heinrich Sievers haben diesen Kometen beobachtet . Beide sind in Stanislaw Lubienieckis Thetrum Cometicum erwähnt.
Reimarus Ursus Nicolaus Reymers, genannt Reimarus Ursus (1551-1600), stammte aus Henstedt in Dithmarschen. Der Beiname Ursus, der Bär, weist auf seine Verwandtschaft zur Familie der Baren hin, die einen Bären im Wappen führten. Er war Mathematiker und vertrat ebenso wie Tycho Brahe eine Theorie der Welt. Beide Weltbilder waren nahezu identisch und Brahe bekämpfte Reimarus Ursus aufs Äußerste. Reimarus Ursus wurde 1600 ebenfalls als Mathematiker nach Prag gerufen und starb dort bald darauf unter mysteriösen Umständen.
Johann Mathias Wahn gab 1748 folgende Schrift heraus: „Kurzer Entwurf und deutliche Beschreibung der großen Sonnen- oder Erdfinsternis die sich in diesem 1748sten Jahr den 25sten Julii, vormittags um 9 Uhr 54 Minuten begibt."
Caspar Westermann Caspar Westermann wurde am 17.5.1622 in Hamburg geboren. Später lehrte er in Hamburg Rechtswissenschaften und wurde Senior des Ratsherrenkollegiums sowie Protoscholarch (Schulrat) in Hamburg. Er ist am 29.6.1688 in Helmstedt gestorben. Ein besonderes Interesse besaß Westermann für die aristotelische Philosophie, über die er 1642 in Hamburg eine Disputation veröffentlichte.

Vermutlich hat Westermann zusammen mit Jungius in Hamburg beobachtet.

Zwanzig-Jährige Prognostica Aus Voigts „Zwanzig-Jährige Prognostica", Beilage zum „Historien-Calender auf das Jahr 1680".

Darin gibt Voigt eine „nochmalige Vorstellung des Lauffs grosser Veränderungen nach Orient" an. Nach seinen Vorstellungen solten Stärke und Schwäche zwischen dem Römischen Reich (R.R.) und dem Türckischen Reich bis ins Jahr 2300 wechselseitig auf- und abschwingen. (Staatsarchiv Hamburg)