Der erste Sternenkundler

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Jenseits des Grenzbaches hatten sich Anfang des 16. Jahrhunderts, an der Landstraße einzelne Handwerker angebaut. Der neue Ort wird 1538 zuerst „to dem Altona" genannt, wo der Astrologus Doctor Reuenlouw am 2. September einen Mann erstochen."

So beginnt scheinbar die Astronomiegeschichte Hamburgs. Dieser Mord ist einer der frühesten Eintragungen in den Hamburger Chroniken, in der das astronomische Interesse mit einer Person verbunden wurde. Bis dahin wurden zwar so manche Kometen vermerkt, ohne jedoch die Beobachter zu nennen.

Der „Ritter und Doctor" Lüder Reventlow ist zudem eine typische Naturwissenschaftlerfigur seiner Zeit, der sich mit verschiedenen Sparten des Naturgeschehens beschäftigte und der die Erkenntnisse nach Gutdünken weiterverfolgte oder in eigener Interpretation zu Berufszwecken nützte. Er ist eine Gelehrtengestalt aus der Zeit vor der naturwissenschaftlichen Revolution (Kopernikus, Galilei, Kepler). Reventlow hielt sich im Gefolge verschiedener Kaiser, Könige und Herzoge auf, wo er als Arzt und Astrologe das Schicksal beeinflußte. Diese Berufskombination war in der damaligen Zeit sicher keine schlechte Wahl. Ein Fehler der medizinischen Kunst mußte von einer unheilvollen Konstellation der Sterne herrühren. Im Lexikon Schleswig-Holsteinischer Schriftsteller wird Lüder Reventlow aufgrund dieser Verbindung von Medizin und Astrologie sowie der Unstetigkeit seines Lebens auch als charakteristische Gelehrtengestalt aus der Übergangszeit vom Mittelalter zur Renaissance bezeichnet.

Dieses Zitat, nachzulesen in C.F. Gaedechens "Historischen Topographie der Freien und Hansestadt Hamburg und ihrer nächsten Umgebung" (1880) ist gleichzeitig eine der ersten Erwähnungen Altonas.

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