Paul Halcke - Schreib- und Rechenmeister

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Paul Halcke (? - 1731) war „Schreib- und Rechenmeister" und engagierte sich neben seiner Kalenderschreiberei verstärkt in der Hamburger Kunstrechnungsliebenden Societät. Er gab dort unter anderem das „Mathematische Sinnenconfekt" heraus, das ebenfalls viele astronomische Aufgaben enthielt.

Zur Erbauung seiner mathematischen Societätsfreunde fügte er seinen Kalendern immer wieder Rechenaufgaben bei. 1716 enthielt der Curiositäten-Kalender eine Aufgabe zur Berechnung der Sonnen-Größe. Das Resultat lautete 27.520 deutsche Meilen für den Durchmesser, also 206.400 km. Die Entfernung zur Erde betrug nach seinen Rechnungen 2.956.446 deutsche Meilen, entsprechend 2,2 Millionen Km. Dies war 66 mal zu wenig.

Einen gründlichen „Beweis, daß die Sonne grösser, und der Mond kleiner, als die Erd-Kugel sey" brachte er 1712 dem Leser dar und führte als Beweis die unterschiedliche Schattengröße bei Sonnen- und Mondfinsternissen an. Die Erkenntnis daraus lautete, „daß man im Astronomischen Sachen nicht allemahl dem Augenschein trauen dörffe."

Paul Halcke bekannte offen, daß ihm manche Dinge der Sternkunst zu kompliziert waren und er deshalb lieber bei der Astrologie blieb. Angesichts von arabischen Stern-Schriften schrieb er:

 
Sonsten meldet Kirstenius, daß bey den Arabern gantze Bücher von solchen Stern-Wörtern vorhanden sind, und soll auch viel davon bei den Ebreern zu finden seyn. Weil aber solche Sachen mir zu hoch sind, und den Horizont meines Verstandes überschreiten, so mag ich mich damit nicht bemühen, ich glaube aber, wenn es zum Werck gelten soll, daß sie mit ihrer Sternen-Schrifft nicht mehrers als andere werden anzeigen können ... und daß es endlich auf lauter Ungewißheit werde hinauslauffen. Derwegen verbleibe bey der gewöhnlichen Astrologia, und was man nach selbiger, und aus der natürlichen Harmonie der Sterne nicht anzuzeigen vermag"

 

Eine späte Würdigung seiner Arbeiten erfuhr Halcke 1766 in einem Gedichtband von Michael Richey, "Deutsche und Lateinische Gedichte", Hamburg, 1766:

Richey-Gedicht auf Halcke