Die Zeit 1912 bis 1935
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Die Übersiedlung vom Millerntor nach Bergedorf war erfolgreicher, als George Rümker oder Schorr es gehofft haben können. Auf der Wiese stand nun Europas größte Sternwarte, man besaß das größte Spiegelteleskop in Deutschland, der Refraktor zählte zu den leistungsfähigsten der Welt und mit dem Meridiankreis war der Anschluß an die Spitzentechnologie geglückt.
Zur wissenschaftlichen Besatzung zählten neben Schorr die Observatoren
Schwassmann, Dolberg und Graff. Die Observatoren waren den großen Instrumenten
mehr oder weniger fest zugeordnet und betrieben mit ihrem" Instrument
ein mit Schorr abgestimmtes eigenes Forschungsprogramm. Graff erhielt den Refraktor,
Dolberg den Meridiankreis und Schwassmann den Lippert-Astrographen. Den 1 m-Spiegel
übernahm Schorr zunächst noch selbst. Das Äquatorial, das aus
der alten Sternwarte herüber gekommen war, erhielt zunächst der Däne
Thiele, dann, nach dessen Ausscheiden,
wurde es ebenfalls Graff unterstellt. Die Betreuung des alten Meridiankreises,
der nun Passageinstrument hieß, übernahm Messow. Die meisten Observatoren
wurden von einem oder mehreren Assistenten unterstützt.
Der eigentliche wissenschaftliche Start in Bergedorf wurde allerdings noch einige Zeit verzögert, denn knapp ein Jahr nach der offiziellen Eröffnung 1913 begann der Erste Weltkrieg, unter dem auch die neue Hamburger Sternwarte zu leiden hatte. Durch die mißlungene Sonnenfinsternisexpedition 1914 auf die Krim blieben Mitarbeiter in Gefangenschaft und Instrumente beschlagnahmt. Darüberhinaus waren in Deutschland mehrere Wissenschaftler, Arbeiter und Angestellte zum Wehrdienst eingezogen. Der Start im neuen Observatorium mußte sich folglich noch etwas gedulden.
Nachdem der Krieg vorüber war feierte die Sternwarte 1921 ihr 100-jähriges Bestehen. Anläßlich dieses Ereignisses wurden eine Anzahl in Bergedorf entdeckter Kleinplaneten mit besonderen Namen versehen: Kleinplanet Nr. 846 wurde Lipperta, nach dem Mäzen der Sternwarte Eduard Lippert, benannt. Nr. 869 bekam den Namen Mellena, um Senator v. Melle in Anerkennung seiner Verdienste um die Förderung der wissenschaftlichen Forschung in Hamburg" zu ehren, wohl auch, weil es ohne v. Melle keine Sternwarte in Bergedorf gegeben hätte. Die Universität Hamburg wurde mit dem Namen Universitas (Kleinplanet Nr. 905) und dem Förderer der Sternwarte Johann Adolf Repsold wurde der Kleinplanet Nr. 906 mit dem Namen Repsolda gewidmet. Bereits 1915 wurde der erste in Bergedorf gefundene Kleinplanet (Nr. 797) zu Ehren Bergedorfs auf den Namen Montana getauft.
An der Hamburger Sternwarte begannen nun ehrgeizige und lang angelegte Beobachtungsprojekte, die von einer hochmotivieten Belegschaft angegangen wurde.

Die Belegschaft der Hamburger Sternwarte am 28. Januar 1926.
Vordere Reihe von links: Gressmann, Senkpiel, Larink, Dolberg, Kruse, Baade, Schorr, Schwassmann, ?, Bornstein, Evers
Mittlere Reihe von Links: Beyermann,Köhn,Fr. Rühl,I. Imgart
Hintere Reihe von links: ?, Messow, Rohde, Solterbeck, Vick, P. Schmidt, ?, ?, B. Imgart, Kiesow