Fussnoten 3

 

Walter Baade Wilhelm Heinrich Walter Baade, geboren 24.3.1893 in Schröttinghausen, Westphalen, gestorben 25.6.1960 in Göttingen. Zwischen 1912 und 1919 studierte er in Münster und Göttingen. Bei Johannes Hartmann promovierte Baade im Juli 1919 und bekam danach eine Assistenz in Hamburg. 1931 wechselte er zum Mt. Wilson Observatorium in den USA. Dort blieb er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1958. Seine bedeutende Karriere in der Astronomie beschrieb der britische Astronom Fred Hoyle: „Nahezu jedes seiner Aufsätze zog weit reichende Konsequenzen nach sich".
Wilhelm Becker

3.7. 1907 (Münster). Studium in Münster 1927-32, 1932 Promotion in Berlin, 1932 - 33 Hilfsassistent in München (zusammen mit B. Thüring), 1933 - 41 Potsdam. 1941 Habilitation in Wien. 1942 - 45 Dozent in Göttingen, 1945 - 53 Observator an der Hamburger Sternwarte. 1953 - 1977 Vorstand des astronomischen Instituts in Basel.

Franz Dolberg Geb. am 17. Januar 1876 in Wismar. Nach seinem Studium in Strassburg und München promovierte er am 10. März 1900 mit dem Thema „Theorie der Wärmeleitung in einem homogenen schalenförmigen Körper, der von zwei nicht konzentrischen Kugelflächen begrenzt wird". Danach wechselte er am 1. Oktober 1900 als Assistent zur österreichischen Sternwarte Wien-Ottakring. Am 1. November 1904 wurde Dolberg ständiger Mitarbeiter der Hamburger Sternwarte und am 1. Juli 1909 zum Observator ernannt. 1916 wurde Dolberg zum Professor ernannt.
Kasimir Graff Geb. am 7. Februar 1878 in Pruchnova (Kreis Kolmar-Posen). Nach seinem Studium in Berlin, wo er 1901 promovierte, begann Graff am 1. November 1902 als ständiger Hilfsarbeiter an der alten Hamburger Sternwarte. Am 1. Januar 1909 wurde er zum Observator ernannt, 1916 zusammen mit Dolberg zum Professor. Am 30. Juni 1928 schied Graff aus, um den Direktorenposten der Wiener Universitätssternwarte zu übernehmen. 1938 wurde er von den Nazis in den einstweiligen Ruhestand versetzt, da man ihm Unterschlagung vorwarf; ein von ihm beantragtes Disziplinarverfahren wurde abgelehnt. Der eigentliche Grund der Absetzung war aber wohl eher Graffs nicht „rein-arische" Herkunft und seine Ablehnung nationalsozialistischer Philosophien, wie der der „Welteislehre". Mit der Übernahme der Sternwartenleitung durch Bruno Thüring wurde Graff schließlich endgültig aus der Sternwarte geworfen. 1945, nach dem Krieg wurde Graff wieder zum Leiter der Wiener Sternwarte ernannt, die er bis 1949 innehatte. Graff starb am 15. Februar 1950. (Quelle: F. Litten, Astronomie in Bayern 1914-1945, F. Steiner Verlag, Stuttgart, 1992)
Johannes Hellerich Hermann Hinrich Peter Johannes Hellerich, geb. am 11. 2. 1888 in Hamburg, gest. 30. 5. 1963 in Münster. Er studierte von 1906 bis 1912 in Jena und Berlin und promovierte 1913 über die Variabilität von Delta-Ceph. Sterne. Nach einer einjährigen Anstellung in Bonn wurde er zum Kriegsdienst in die Marine einberufen. 1919 wurde Hellerich Assistent in Kiel, wo er sich 1924 habilitierte. 1929 erhielt er den Ruf nach Hamburg. 1939 wurde Hellerich Kompanieführer der Marine in Wilhelmshafen. Er galt zu dieser Zeit auch als Kandidat für die Direktoriumsnachfolge der Hamburger Sternwarte. 1941 wurde er Direktor der Straßburger Sternwarte und wurde bei Kriegsende aufgrund seiner NS-Vergangenheit in Frankreich interniert. 1946 wurde er nach Hamburg entlassen. Durch Vermittlung Heckmanns konnte Hellerich in Hamburg als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeiten. Nach einer Gastprofessur 1947 in Münster/Westf. wurde er 1949 mit der Leitung des Astronomischen Instituts betraut. Diese Stellung behielt er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1956.
Ejnar Hertzsprung

8.10.1873 - 21.10.1967. Hertzsprung war Däne. Seine wissenschaftlichen Arbeiten haben bedeutende Einflüsse auf die Astrophysik gehabt. Das nach ihm und H.N. Russell benannte „Hertzsprung-Russell-Diagramm" (siehe Kasten) stellt eines der wichtigsten Schlüssel im Verständnis des Sternaufbaus und der Sternentwicklung dar.

Milton La Salle Humason 1891 - 1972. Ursprünglich Eselstreiber am Mt. Wilson-Observatory. Er wurde später Edwin Hubbles erster Assistent und ein Experte der extragalaktischen Astronomie.
Konjunktion Die Erde und ein äußerer Planet stehen auf ihrer Bahn um die Sonne auf der gleichen Seite und befinden sich bei ihrer größten Annäherung. Stehen sie sich in ihrer größten Entfernung auf den Umlaufbahnen gegenüber, spricht man von der Konjunktion der Planeten.
Willy Kruse 13.9.1889 - 29.6.1945. Am 15.4.1920 trat er als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter in die Sternwarte ein, 1930 wurde er Observator. 1939 beantragte Schorr für Kruse eine Professur. Aufgrund Kruses Mitgliedschaft vor 1933 in der SPD war dies lediglich ein formaler Antrag ohne Aussicht auf Erfolg.
Benno Messow 29.3.1876 - 15.6.1930. Messow trat am 1. Juli 1900 in die alte Hamburger Sternwarte ein.
Seine Kaisertreue hatte ihm am 9. Juni 1922 im sozialdemokratischen „Bergedorf-Sander Volksblatt" einen zurechtweisenden Leserbrief beschert:
Sehr geehrter Herr Doktor!
Sie haben mich, unbeabsichtigt natürlich, in einige Besorgnis Ihretwegen versetzt. Gewiß, Sie sind Astronom, gehören nicht dem trüglich wandelnden Planeten, und ich bin gewiß, daß unsere armen Erdendinge Sie nur von ferne berühren. Aber es gibt doch gewisse Dinge, die in unserer bösen Zeit dem Sterblichen erhebliche Bahnstörungen schaffen können, und es dürfte daher angebracht erscheinen, sie nicht einfach genial zu vernachlässigen. Sehen Sie zum Beispiel, verehrter Herr Doktor, die Fahne, die da kürzlich auf meinem Hause wehte und die Sie in wohlbegreiflicher unschuldiger Ahnungslosigkeit für die Kontorflagge einer Baufirma ansprachen, war nämlich die Fahne der Deutschen Republik. Ich sehe Sie staunen, und füge zu Ihrer Orientierung sogleich hinzu, daß wir seit einigen Jahren eine Republik haben und daß sich so einiges (Ihnen, verehrter Herr Doktor, wird es unbeträchtlich scheinen) bei uns geändert hat."
Schiapparelli

Giovanni Virginio, (1835-1910), Direktor des Mailändischen Observatoriums, glaubte 1877 „canali" auf dem Mars gesehen zu haben. Abgesehen von diesem Irrtum waren seine Planetenbeobachtungen von großem wissenschaftlichen Wert.

Bernhard Schmidt

weitere Artikel über ihn:

  • Jaan Kross, Schiff im Gegenwind, unredigierte deutsche Fassung, Carl Hanser Verlag, München.
  • A.A. Wachmann, Das Leben des Optikers Bernhard Schmidt, Sterne und Weltraum, 1962, S. 28
  • Paul C. Hodges, Bernhard Schmidt and his Reflector Camera, American Journal of Roentgenology and Radium Therapy, Vol LIX, No. 1, Jan. 1948
  • R. Schorr, Nachruf auf Bernhard Schmidt, Anhang zum Jahresbericht der Hamburger Sternwarte für das Jahr 1935
Arnold Schwassmann Friedrich Karl Arnold Schwassmann, 25. März 1870 - 19. Januar 1964. Geb. in Hamburg. Er studierte in Leipzig, Berlin und Göttingen wo er im Mai 1891 promovierte. Zwischen 1893 und 95 war er Assistent in Potsdam, dann ein Jahr in Göttingen. 1897 ging er zu Wolf an die im Aufbau befindliche Heidelberger Sternwarte auf dem Königstuhl. Von 1901 bis 1902 war Schwassmann wissenschaftlicher Hilfsarbeiter am Chronometerprüfungsinstitut der Seewarte. 1902 wurde er von Schorr als Observator an die Sternwarte gerufen. 1934 wurde er pensioniert, blieb jedoch bis 1959 freiwilliger Mitarbeiter der Sternwarte. Auch danach war Schwassmann bei vielen Kolloquien und Vorträgen anwesend.
Paul ten Bruggencate 24.2.1901 - 14.9.1961. 1924 Promotion in Göttingen, danach Assistenz in Göttingen bis 1926. 1926 - 28 Astronom auf Java, 1929 Habilitation in Greifswald. 1939 übernahm er dort die Leitung des mathem.-astron. Instituts. 1935 wurde ten Bruggencate Hauptobservator in Potsdam. 1941 erhielt er das Direktorat der Göttinger Sternwarte. Am 1.11. 1933 wurde er SA-Mitglied, am 1.5.37 NSDAP-Mitglied.
Arno Arthur Wachmann Geboren 8.3.1902 in Harburg, Gestorben 24.7. 1990 in Hamburg. Studierte Astronomie in Kiel und promovierte 1926 bei C. Wirtz mit dem Thema Eigenbewegungen. Nach einer kurzen Assistenzzeit in Bamberg wurde er am 1.Juli 1927 Assistent in Bergedorf. Wachmann wurde 1969 pensioniert.
Carl Vick 25.12.1875 - 15.4.1950. Er war der einzige Mitarbeiter der Sternwarte, der sich vom Rechner zum Astronomen hocharbeitete. Obwohl es auch später technische Mitarbeiter der Sternwarte gab, die vom gelernten Astronomen kaum noch zu unterscheiden waren, war Vick der einzige, der in dieser Position auch von der Professorenschaft in dieser Rolle geduldet wurde und eine Anstellung als Wissenschaftler erhielt. Dennoch war es für Vick nicht immer leicht sich in dieser Position zu behaupten. Der psychische Druck wirkte sich auch stark auf seine allgemeine Gesundheit aus, so daß Vick mehrere Totalzusammenbrüche erlebte.