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Gleich vorne am Eingang zum Sternwartengelände am südlichen Geesthang wurde das Hauptdienstgebäude errichtet. Seine Funktion war neben der Aufnahme der Arbeits- und Verwaltungsräume, die Bereitstellung der Bibliothek und der Uhrenanlage.
Die Bibliothek bildet den Kern des gesamten Gebäudes. Auf 92 m2 Grundfläche erstreckt sie sich über zwei Stockwerke. Die umlaufende Empore ist über eine schmiedeeiserne Wendeltreppe zu erreichen. Die Bibliothek verfügte bei ihrem Einzug in das neue Gebäude über mehr als 14.000 Bände heute sind es nahezu 50.000. Dadurch, daß die Sternwarte bis zu Charles Rümker und Johann Georg Repsold zurückblicken kann, die ebenfalls nicht nur mit neuen Büchern begannen, besitzt die Hamburger Sternwarte heute eine nahezu vollständige Sammlung astronomischer Werke bis weit in das 18. Jahrhundert hinein.
Unter der Bibliothek war der Uhrenraum vorgesehen, dessen Decke mit Kork isoliert wurde.
| ... ist im Keller eine besondere Uhrenkammer für die Hauptuhren der Sternwarte angeordnet, in der nur möglichst geringe und langsam verlaufende jährliche Temperaturschwankungen auftreten sollen. Zu diesem Zweck ist die Uhrenkammer nach allen Richtungen völlig isoliert abgeschlossen und wird von einem besonders ventilierbaren Gang umgeben. In dieser 6*9½ m großen Uhrenkammer werden 6 isolierte Uhrenpfeiler aufgestellt." |
Um diese beiden zentralen Räume gruppierten sich im Keller Werkstätten, Batterieräume und Heizungsanlage. In den zwei darüberliegenden Stockwerken wurden Arbeitsräume für die Verwaltung und Wissenschaftler eingerichtet. Durch den mächtigen Bodenraum führte eine Treppe zu einer Aussichts- und Beobachtungsplattform auf dem Dach.
Die Arbeitsräume waren auch unter astronomischen Gesichtspunkten konstruiert worden. So bekam die Firma Stumpf in Itzehoe den Auftrag, das ganze Gebäude mit Stumpf's Reform-Schiebefenstern" auszustatten. Durch das vertikale Verschieben der beiden übereinander liegenden Flügel hätten in den Arbeitsräumen des Hauptdienstgebäudes auch kleine Fernrohre aufgestellt werden können. Dies ist allerdings nie (zumindest nicht unter wissenschaftlichen Aspekten) praktiziert worden.
Blick
von der Plattform des Hauptdienstgebäudes auf "Diener- und Mechanikerhaus"
(vorn) und das "Beamtenwohnhaus" dahinter. Rechts das Mirengebäude
sowie die Fundamente für das Spiegelteleskop und den Lippert-Astrographen
(hinten). Links im Bild: Geräteschuppen.
Auf dem Gelände wurde noch drei weitere Häuser errichtet: das Direktorenwohnhaus, das Haus für die Observatoren (Beamtenwohnhaus") und das Diener- und Mechanikerhaus". Im Beamtenwohnhaus mit knapp mehr als 200 Quadratmetern Grundfläche wohnten vier Observatoren und ihre Assistenten. Das Direktorenwohnhaus mit mehr als 400 m2 Wohnfläche (18 Räume) bewohnte Schorr allein.