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Dieses Doppelfernrohr war die Beigabe des Sternwartenmäzens Eduard Lippert. Es sollte das Universalinstrument der Sternwarte werden. Dazu wurde es als Kombination zweier Refraktoren auf beiden Seiten der Deklinationsachse ausgelegt.
Eine Seite trug den sog. Normalrefraktor" mit einer Brennweite von 3.4m und einer Öffnung von 34 cm. Es sollte ein Gegenstück sein zu dem photographischen Refraktor der Pariser Sternwarte (3.43 m Brennweite, 33 cm Öffnung, gebaut 1885). Dieses Instrument hatte den Standard gesetzt und war besonders durch die Carte du Ciel" bekannt geworden. Dies war der erste photographische Himmelsatlas, der von mehreren Sternwarten rund um die Welt zwischen 1896 und 1910 mit Kopien des Pariser Refraktors aufgenommen worden war. An die Erfolge dieses Instrumentes wollte Schorr mit der einen Seite des Lippert-Doppelastrographen anknüpfen.
Die Konzeption dieses Instrumentes änderte sich mehrfach. Kurz nach dem Angebot Eduard Lipperts im Jahr 1906, für die Kosten eines solchen Instrumentes aufzukommen, sandte Schorr ein Schreiben an Zeiss in Jena:
| Inzwischen möchte ich Sie freundlichst bitten, sich noch eine andere Sache einmal durch den Kopf gehen zu lassen. Ich möchte nämlich eventuell gern ein photographisches Doppelfernrohr haben, ähnlich dem Wolf'schen mit 2 Cooke'schen Triple- oder ähnlichen Linsen von 30 cm. Öffnung (Brennweite 1:4,5) und einem optischen Objektiv von etwa 20 cm Öffnung. Den gemeinsamen Tubus möchte ich nun ähnlich montiert haben, wie das Spiegelteleskop." |
Schorrs erster Entwurf sah einen einzigen Tubus vor, in dem drei Fernrohre gemeinsam unterkamen: Zwei Refraktoren mit je 1.35 m Brennweite und ein optisches Fernrohr, dessen Strahlengang wegen der großen Brennweite in dem gemeinsamen Tubus gefaltet sein sollte. Als Montierung schwebte Schorr eine englische Rahmenmontierung vor.

Diese Pläne wurden jedoch verworfen und im April 1907 entstand die Konstruktion eines Doppelfernrohres. Nun wurden die Fernrohre auf beide Seiten der Deklinationsachse verlegt.
| Die eine Seite trägt zur Ausführung von photographischen Himmelsaufnahmen für Meßzwecke den Normalrefraktor, wie er bei der `Photographischen Himmelskarte' benutzt wird, bestehend aus einem photographischen Triplet von 34 cm Durchmesser und 3,4 m Brennweite und einem Leitrohr von 23 cm Durchmesser und ebenfalls 3,4m Brennweite, beide Fernrohre von einem gemeinsamen Mantel umschlossen. Auf der anderen Seite der Deklinationsachse sind zwei kurzbrennweitige photographische Rohre vom Triplet- und Petzval-Typus von 30 cm Öffnung und 1,5 m Brennweite und ein Leitrohr von 20 cm Öffnung und 2,7 m Brennweite in einem gemeinsamen Mantel vereinigt. Mit dem Normalrefraktor können Aufnahmen im Format 24x24 cm, mit dem kurzbrennweitigen Rohren solche im Format 30x30 cm ausgeführt werden. Zur Ausführung von Spektralaufnahmen dient ein Objektivprisma, das auf jedes der Rohre aufgesetzt werden kann. Um mit diesen Instrument langdauernde Aufnahmen ohne Unterbrechung ausführen zu können, ohne bei hohen Deklinationen mit dem Okular- oder Kassettenende des Fernrohrs an die Säule zu stoßen, ist diese in gebogener Form ausgebildet worden, derart, daß der obere Teil in der Richtung der Stundenachse liegt." |

Auch beim Lippert-Astrographen kam Schorrs Verhandlungsgeschick zum Ausdruck: Ähnlich wie bei der gesamten Sternwartenkonzeption, wo zunächst nur eine kleine Spezialsternwarte geplant und eine große Universalsternwarte das Ergebnis war, hatte Schorr auch hier am Ende mehr, als ursprünglich projektiert war. Das als Hauptrohr vorgesehene optische Fernrohr" war nun zum Leitrohr degradiert worden, und auf der anderen Deklinationsachse war der 30cm Normalrefraktor hinzu gekommen. Das ganze kostete schließlich 56.600 Mark, nur knapp mehr als Lippert gespendet hatte.
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1911 |
So verzögerte sich die Fertigstellung des Gerätes einige Zeit. Im Januar 1912 wurde der Normalrefraktor auf der einen Seite des Instrumentes von Schorr vorläufig abgenommen und nach einigen Korrektur-Nacharbeiten von Zeiss im September 1912 in Betrieb genommen. Im Februar 1914 wurden die beiden kurzbrennweitigen Objektive von Zeiss geliefert und montiert doch nach ersten Tests zur Nachbesserung zurückgesandt. Als die Objektive 1916 immer noch nicht fertiggestellt worden waren ließ sie Schorr zunächst zurückkommen, um sie nach Kriegsende endgültig fertigstellen zu lassen.

1923 bot Zeiss einen Umtausch an: Die beiden 30 cm Rohre von 1.5m Brennweite sollten gegen ein einziges 40 cm Rohr mit 1.8m Brennweite getauscht werden. Schwaßmann sprach sich jedoch deutlich dagegen aus, da zwar ein geringfügiger Gewinn bei Sternaufnahmen zu erwarten wäre (0.6 Größenklassen) jedoch ein Verlust (0.4m) bei Spektralaufnahmen (aufgrund höherer Dispersion) die Folge wäre. Aus dem Umtausch wurde daher nichts.
Die Nachbesserungsarbeiten an den Objektiven musste bis 1935 warten. Erst dann lieferte Zeiß ein wesentlich verbessertes Triplet-Objektiv.
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Lippert Astrograph
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| Fernrohr | Brennweite | Öffnung | |
| photogr. Fernrohr | 3.4 m | 340 mm | |
| Leitrohr | 3.4 m | 230 mm | |
| photogr. Fernrohr 1 - Dreilinser- | 1.5 m | 300 mm | |
| photogr. Fernrohr 2 - Paetzval - | 1.5 m | 300 mm | |
| Leitrohr | 2.7 m | 200 mm | |