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Das Spiegelteleskop wurde das damals größte Fernrohr Deutschlands.
Es ist eines der wenigen großen Spiegelteleskope, die als sog. Newton-Spiegel konstruiert wurden. Dabei verlief der Strahlengang nicht, wie später vielfach üblich, durch eine Bohrung im Hauptspiegel (Cassegrain-System), der Fangspiegel lenkt das Licht beim Newton-Spiegel seitlich aus dem Tubus heraus. Diese Fernrohrkonstruktion findet sich heute vielfach bei den kleineren Privatteleskopen.
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Der 1-Meter-Spiegel. Am Fernrohr sitzt
Walter Baade. Im Vordergrund sind die Ausgleichsgewichte der Zeiss-Montierung
zu erkennen.
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Gebäude des 1m-Spiegels
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Der Parabolspiegel des 1m-Spiegels besitzt einen Durchmesser von 1.02m und eine Stärke von 17 cm. Er wiegt 350 kg. Ursprünglich (1903) war vorgesehen, die Brennweite des Spiegels auf 4.5m zu bringen. Dies wurde dann aber zugunsten einer höheren Lichtstärke auf 3m reduziert.
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1m Spiegelteleskop
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| Fernrohr | Brennweite | Öffnung | |
| Hauptspiegel | 3 m | 1020 mm | |
| Leitrohr | 8,4 m | 200 mm | |
Der 1m-Spiegel erhielt eine Gabelmontierung mit einer sehr eigenwilligen Form der Ausgleichsgewichte. Diese Montierung war eine vielbeachtete Neuentwicklung von Zeiss. In der Konstruktionsbeschreibung heißt es:
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Den bis jetzt üblichen Montierungen für astronomische Fernrohre haften zum größten Teile Übelstände an, die dem Beobachter mindestens lästig fallen, wenn sie nicht die richtige Ausnutzung des Instrumentes überhaupt in Frage stellen. Es sind dieses die im allgemeinen nicht zu vermeidenden, in verschiedenen Lagen des Instrumentes verschiedenen Durchbiegungen der die Optik tragenden Teile des Instrumentes, und zwar der Rohre, der beiden Axen und der die letzteren tragenden Gabeln und Lagerblöcke. Bei der Konstruktion der vorliegenden neuen Art von Montierung ist besonders darauf Rücksicht genommen, die Größe der Durchbiegungen auf ein so kleines maß herabzumindern, daß ihr Einfluß weit geringer als der der Refraktion der Luft wird, gleichzeitig aber eine sehr leichte Bewegbarkeit des Instrumentes sowohl in Rectascension als auch in Declination zu erreichen." |
Im Gegensatz zu der Methode, einfach alle Komponenten sehr stark zu versteifen, was wiederum das Gewicht erhöht und somit zu neuen Durchbiegungseffekten führt, wählte Zeiss eine komplexe Kompensationsmechanik mit mehreren Hebeln, Achsen und Gegengewichten.
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Das Gesamtinstrument ist dann gewissermaßen in zwei voneinander unabhängigen Abteilungen geteilt, von denen die eine, das eigentliche Instrument, zur Führung der Optik dient, während die andere, die Tragkonstruktion, die Lasten aufnimmt. Der erstere Teil ist dann vollständig entlastet, kann also keine Durchbiegungen erleiden, während der zweite, stark belastete Teil so angeordnet ist, daß er sich ruhig durchbiegen kann, ohne schädlich zu wirken. Um diesen Gedanken durchführen zu können, war es nötig, von der allgemeinen üblichen Art der Aufstellung abzugehen." |
Um diese Trennung der Systeme zu bewerkstelligen, führte der Chefkonstrukteur Franz Meyer die beiden Hauptachsen der Montierung hohl aus. Außen die Stunden- und Deklinationsachse, innen die entsprechenden Tragachsen", die ohne Berührung mit den Instrumentenachsen die Biegelasten aufnahmen.
Auch zur Konstanz der Nachführung hatte sich Meyer Gedanken gemacht. Ein kleiner Elektromotor mit entsprechender Untersetzung als Uhr war über eine Kette mit der Stundenachse verbunden. Gleichlaufschwankungen der damaligen Motoren und des Stromnetzes machten jedoch weitere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Auf halbem Weg hing in der Kette ein drittes Zahnrad, an dem ein kleines Gewicht hing. Je nach Schwankung des Gleichlaufs sank das Gewicht nun ab oder wurde wieder hochgezogen. Die Gleichlaufschwankungen wurden so in der Bewegung des Gewichtes kompensiert und die Stundenachse lief ruhiger.
Die Kuppel des 1m-Spiegels wies ebenfalls eine Besonderheit auf. Dies war die Beobachterebene, denn bei einer Newtonschen Konstruktion befindet sich die Instrumentenebene oben am Fernrohr. Schorr beschrieb die Konstruktion:
| Da sich die photographische Platte am oberen Ende des Rohres befindet, muß der Beobachter zu deren Einstellung dorthin gelangen können. Zu diesem Zweck ist an der Kuppel innerhalb der Spaltöffnung eine kleine Hebebühne angehängt, welche gehoben und gesenkt und auch wagerecht in den Kuppelraum hineinbewegt werden kann, so daß der Beobachter in jeder Lage des Fernrohres zum Kassettenträger kommen kann." |
Diese Mechanik wurde nicht elektrisch bewegt sondern, ähnlich den Fahrstühlen" der Repsoldschen Werkstätten, über Seile bewegt. Auf dieser Bühne sitzend und durch Seilzug durch die Kuppel schwebend, fühlt sich ein Beobachter wie Tarzan, der sich an Lianen durch den Urwald schwingt.
1944 wurde der Hauptspiegel des Instrumentes an Zeiss in Jena geschickt, um
Zusatzspiegel für den Cassegrain-Modus zu bekommen. Bis dahin konnte der
1m-Spiegel nur im "Newton-Modus" verwendet werden. Zeiss hatte sich
zur Fertigung der Hilfsspiegel die Lieferung des Hauptspiegels ausgebeten, um
eine optische Anpassung im Werk vornehmen zu können. Die Auslieferung verzögerte
sich bis über die Kapitulation und es bestand die Gefahr, daß der
Spiegel aus Jena nicht zurückkehren würde. Doch schließlich
stand 1946 ein LKW vor der Sternwarte, der alle Spiegekomponenten lieferte.