Umweltschutzgruppe Physik-Geowissenschaften


Hamburg und Olympia

Olympia 2012

Brief

Brief an die "Hamburg für Olympia GmbH", den Senat und die Umweltbehörde

(Thema ca. 2001 - 2003 während der Bewerbung für 2012)

Hamburg 1.7.2002

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Stadt Hamburg hat sich neben anderen Städten, offiziell um die Austragung der Olympischen Spiele (OS) 2012 beworben. Von dem NOC wird der deutsche Standort zur Durchführung der OS für das internationale Auswahlverfahren nominiert, die den Aufgaben- und Pflichtenkatalog am besten erfüllt und somit die größten Chancen hat, sich gegen internationale Mitbewerber durchzusetzen. Einer der zur Entscheidung herangezogenen Bewertungsfaktoren befasst sich mit Umweltaspekten. Andere Städte, wie z.B. Stuttgart, haben in der Darstellung ihres Konzeptes zur Durchführung der OS relativ detailiert aufgezeigt, welche Umweltaspekte in der Konzeption berücksichtigt werden. Die Stadt Hamburg und die anderen Initiativen zur Unterstützung der Bewerbung der OS haben sich diesbezüglich, wird einmal von der Formulierung auf der Internetpräsentation abgesehen, dass die OS Nachhaltigkeitsaspekten genügen muß, noch überhaupt nicht geäussert.

Die Umweltschutzgruppe Physik-/Geowissenschaften vertritt die Auffassung, dass die Bewerbung um die Durchführung der OS nur dann Erfolg haben kann, wenn es der Stadt Hamburg gelingt, Umweltaspekte in Zusammenhang mit dem Ausbau der allgemeinen Infrastruktur, der Schaffung zusätzlicher Beherbergungskapazitäten, dem Bau und der Gestaltung des Olympischen Dorfes und der Sportstätten sowie den Beförderungsmöglichkeiten, in ausreichendem Maße zu berücksichtigen.

Mit den Grünen Spiele in Sydney/Australien wurde ein Standard geschaffen, hinter dem Hamburg, zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung, bisher weit zurückbleibt. Hamburg scheint die Latte in Bezug auf den Umweltschutz sehr niedrig zu hängen oder noch gar nicht aufgelegt zu haben (um sich eines Bildes aus dem Sport zu bedienen). Durch eine ambitionierteren, ökologischeren Anspruch in Zusammenhang mit den OS, dürfte darüber hinaus der im Vergleich zu anderen Mitbewerber relativ schlechte Rückhalt in der Hamburger Bevölkerung, zu verbessern sein.

Wir möchten daher gerne von Ihnen erfahren, wie Sie glauben die OS ökologisch gestalten zu können.

In diesem Zusammenhang würden wir gerne erläutert bekommen welche ökologischen Kriterien

* dem Ausbau der allgemeinen Infrastruktur, insbesondere dem zu erwartenden stark erhöhten Flugverkehr

* dem Umbau bereits bestehender und dem Neubau sportlicher Anlagen und dem Bau des Olympischen Dorfes, z. B. auch Umgang mit Altlasten,

* der Beförderung der SportlerInnen, der Offiziellen und der ZuschauerInnen zwischen den verschiedenen Olympischen Standorten

Darüber hinaus wären wir sehr dankbar, wenn sie uns erläutern könnten, mit welchen Projekten und durch welche organisatorischen Maßnahmen möglichen negativen Effekten der OS entgegengewirkt werden sollen.


August 2002