Verordnung über Badegewässer

Vom 15. Mai 1990

Auf Grund von § 11 Absatz 1 Nummer 1 des Hamburgischen Wassergesetzes vom 20. Juni 1960 (Hamburgisches Gesetz- und Verordnungsblatt Seite 333) wird verordnet:

 

§ 1

  Badegewässer sind alle fließenden oder stehenden oberirdischen Gewässer und Küstengewässer oder Teile dieser Gewässer, in denen üblicherweise eine große Anzahl von Personen badet. Die zuständige Behörde macht jährlich im Amtlichen Anzeiger bekannt, an welchen Stellen sich Badegewässer befinden.

 

§ 2

   Zum Schutz von Leben und Gesundheit der Badenden überwacht die zuständige Behörde die Wasserqualität der Badegewässer während der Badesaison durch regelmäßige Ortsbesichtigung und die Entnahme und Untersuchung von Wasserproben. Die Einhaltung der in der Anlage unter A festgelegten Grenzwerte ist sicherzustellen.

§ 3

    (1) Die zuständige Behörde spricht ein Badeverbot aus, wenn das Badegewässer zum
Baden ungeeignet ist. Das Badeverbot ist ortsüblich und durch deutlich sichtbare Schilder öffentlich bekanntzugeben.

    (2) Das Badegewässer ist zum Baden ungeeignet, wenn

  1. bei einer Wasserprobe der Grenzwert eines Parameters nach der Anlage unter A über-schritten wird und eine Kontrollprobe an wenigstens einer Probenahmestelle erneut    eine Überschreitung des Grenzwertes dieses Parameters ergibt,
  2. oder

  3. die in der Anlage unter B genannten oder andere Stoffe im Badegewässer in Kon-zentrationen vorhanden sind, die geeignet sind, Leben oder Gesundheit zu gefährden, oder 
  4. nach dem Ergebnis einer Ortsbesichtigung eine Gefahr für Leben oder Gesundheit zu besorgen ist.

 

§ 4

   Die zuständige Behörde hebt das Badeverbot auf, wenn eine Gefährdung von Leben oder Gesundheit nicht mehr zu besorgen ist. Dies ist in der Regel der Fall, wenn die in § 3 Absatz 2 genannten Grenzwerte und Konzentrationen an drei aufeinanderfolgenden Tagen nicht überschritten wurden.

§ 5

Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft.

 

 


A.

Mikrobiologische sowie physikalische und chemische Parameter

 

Nr.

Parameter

Grenzwerte 1)

1

Gesamtcoliforme Bakterien 10 000/100 ml

2

Faekalcoliforme Bakterien 2000/100 ml

3

Salmonellen 0

4

pH-Wert 6-9 2)

5

Färbung keine anomale Änderung der Färbung 2)

6

Mineralöle
kein sichtbarer Film auf der
Wasseroberfläche, kein Geruch

7

Tenside, die auf Methylenblau reagieren keine anhaltende Schaumbildung

8

Phenol (Phenol-Zahl)
kein spezifischer Geruch
< 0,05 mg C6H5OH/1

9

Transparenz 1m 2)

10

Darmviren 0 3)

B.

Zu überprüfende Parameter ohne Grenzwerte:

1. Streptococcus faec 3),
 
2. Gelöster Sauerstoff 3),
 
3. Teer-Rückstände und schwimmende Körper wie Holz, Kunststoff, Flaschen, Gefäße aus Glas, Kunststoff, Gummi oder sonstige Stoffe,

4. Ammoniak 4),

5. Kjedahl-Stickstoff 4),

6. Andere Stoffe, die als Zeichen von Verschmutzung gelten, Pestizide (Parathion, HCH,
    Dieldrin) 3),

7. Schwermetalle wie Arsen, Kadmium, Chrom VI, Blei, Quecksilber 3),

8. Cyanide 3),

9. Nitrate und Ohosphate 4)

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1) Die Parameter Nr. 1 bis 9 müssen von der zuständigen Behörde mindestens in einem
    Rhythmus von 14 Tagen während der Badesaison überprüft werden.
 
2) Überschreitung der Grenzwerte bei außergewöhnlichen geographischen oder
   meteorologischen Verhältnissen vorgesehen.
 
3) Der Gehalt ist von der zuständigen Behörde zu überprüfen, wenn eine Untersuchung in
   dem Badegebiet das Vorhandensein dieser Stoffe möglich erscheinen oder auf eine Ver-
   schlechterung der Wasserqualität schließen läßt.
 
4) Diese Stoffe müssen von der zuständigen Behörde überprüft werden, wenn die Tendenz
   zur Eutrophierung der Gewässer besteht.